Disability Pride Month 2026: München setzt ein Zeichen für Sichtbarkeit und Teilhabe
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Im Rahmen des Disability Pride Month wird die Disability Pride Flagge als internationales Symbol der Bewegung erstmals am Münchner Marienplatz gehisst
Im Juli 2026 feiert München erstmals den Disability Pride Month. Mit zahlreichen Veranstaltungen und einer großen Abschlussdemonstration am 24. Juli 2026 wird ein starkes Zeichen für die Rechte, die Sichtbarkeit und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen gesetzt.
Der Disability Pride Month entstand aus der internationalen Behindertenrechtsbewegung. Im Mittelpunkt steht die Botschaft, dass Menschen mit Behinderungen ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft sind. Behinderung ist weder ein Makel, noch ein individuelles Defizit, sondern Teil menschlicher Vielfalt.
Was ist der Disability Pride Month?
Der Disability Pride Month macht sichtbar, dass viele Einschränkungen nicht durch die Behinderung selbst entstehen, sondern durch unnötige Barrieren in Gebäuden, im öffentlichen Raum, in der Kommunikation, in digitalen Angeboten oder in den Köpfen der Menschen. Ziel ist es, diese Barrieren abzubauen und die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequent umzusetzen. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Deutschland verpflichtet, diese gleichberechtigte Teilhabe zu verwirklichen. Dennoch bestehen im Alltag vieler Menschen weiterhin erhebliche Hindernisse. Der Disability Pride Month erinnert daran, dass Inklusion keine freiwillige Zusatzleistung ist, sondern ein Menschenrecht.
Die Geschichte des Disability Pride Month
Die Aktion hat ihren Ursprung in der Behindertenrechtsbewegung der USA. Sie wird jedes Jahr im Juli begangen und erinnert an die Verabschiedung des „Americans with Disabilities Act (ADA)“ am 26. Juli 1990 – einem Meilenstein für den Schutz vor Diskriminierung und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Im Mittelpunkt des Disability Pride Month steht ein Perspektivwechsel: Statt Mitleid oder Fürsorge stehen Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und die Anerkennung der Rechte von Menschen mit Behinderungen im Vordergrund. Inzwischen wird der Disability Pride Month weltweit begangen. In vielen Städten – darunter Chicago, New York, London, Wien und Zürich – finden im Juli Paraden, Kulturveranstaltungen, Diskussionen und Aktionen statt. In Deutschland ist die Disability Pride Bewegung bislang vor allem durch die Berliner Parade „Behindert und verrückt feiern“ sichtbar, die seit 2013 jährlich stattfindet. Mit dem erstmals ausgerufenen Disability Pride Month geht München nun als erste deutsche Stadt einen Schritt weiter: Ein ganzer Aktionsmonat mit zahlreichen Veranstaltungen und einer gemeinsamen Abschlussdemonstration steht im Zeichen von Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit.
Ein Symbol für Vielfalt und Zusammenhalt
Ein sichtbares Zeichen setzt die Disability Pride Flagge, das internationale Symbol der Bewegung. Sie wird ab dem 17. Juli 2026 am Münchner Marienplatz wehen. Die diagonalen Streifen auf der Flagge stehen für das Überwinden gesellschaftlicher Barrieren und für den Zusammenhalt innerhalb der vielfältigen Gemeinschaft von Menschen mit Behinderungen. Jede Farbe repräsentiert unterschiedliche Behinderungsformen und -erfahrungen: Rot steht für körperliche Behinderungen, Gold für kognitive und intellektuelle Behinderungen beziehungsweise Neurodiversität, Weiß für nicht sichtbare und nicht diagnostizierte Behinderungen, Blau für psychische und psychiatrische Behinderungen sowie Grün für Sinnesbehinderungen. Der dunkelgraue Hintergrund erinnert an Menschen, die aufgrund von Ableismus, Ausgrenzung oder Gewalt ihr Leben verloren haben, und steht zugleich für den Widerstand gegen Diskriminierung.
Ein starkes Zeichen für Inklusion im Juli
Der Disability Pride Month in München umfasst den gesamten Juli 2026. Zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungsformate laden dazu ein, sich mit den Themen Inklusion, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe auseinanderzusetzen. Zum Programm gehören unter anderem ein Politiktalk mit Münchner Stadträtinnen und Stadträten am 17. Juli oder die Beflaggung des Marienplatzes mit der Disability Pride Flagge. Organisiert werden die Events vom Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München gemeinsam mit Verbänden, Selbstvertretungsorganisationen, sozialen Einrichtungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren der Münchner Behindertenrechtsbewegung. Den Abschluss des ersten Disability Pride Month bildet am Freitag, 24. Juli 2026, eine Demonstration durch die Münchner Innenstadt unter dem Motto: „Wir sind stolz und wir sind laut! Barrieren werden abgebaut.“ Die Veranstaltung startet um 15 Uhr am Odeonsplatz und führt über die Maximilianstraße zum Marienplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfindet.
Gemeinsam für eine barrierefreie Gesellschaft
Der Disability Pride Month macht deutlich, dass Barrierefreiheit alle etwas angeht und auch allen nützt. Sie schafft bessere Zugänge, stärkt Selbstbestimmung und macht unsere Gesellschaft gerechter und lebenswerter. Die Landesfachstelle Barrierefreiheit begrüßt Initiativen, die das Bewusstsein für Inklusion stärken und den Dialog fördern. Denn echte Teilhabe entsteht dort, wo Barrieren erkannt und gemeinsam beseitigt werden.
Text: Bettina Sigmund
Weitere Informationen zum Disability Pride Month in München unter:

